{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_1888787956\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_1888787956\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/hub.hubzilla.de\/channel\/marting\"><img src=\"https:\/\/hub.hubzilla.de\/photo\/profile\/s\/1255\" alt=\"Martin G. auf Hubzilla\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/hub.hubzilla.de\/channel\/marting\">Martin G. auf Hubzilla<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/hub.hubzilla.de\/item\/bef44b84-8e32-44fd-89b5-234cdbc1251b\">Beitrag <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2026-08-22T19:21:10+02:00\">Sat, 22 Aug 2026 19:21:10 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-1888787956\" class=\"reshared-content\"><strong>Was ist das Fediverse?<\/strong><br \/>Ja, was ist eigentlich dieses \u201eFediverse\u201c?<br \/><br \/>Vielleicht hat man gerade davon gelesen oder geh\u00f6rt. Aber es gab keine Erkl\u00e4rung, was das denn jetzt ist. Oder es gab eine, aber die war viel zu technisch.<br \/><br \/>Also will ich\u2019s mal anders versuchen.<br \/><br \/><strong>Das Fediverse l\u00f6st Probleme im Web, die hingenommen werden, weil sie als unl\u00f6sbar gelten.<\/strong><br \/><br \/><h2>Probleml\u00f6sung Nr. 1: Ausweichorte<\/h2><br \/>Okay, du bist also auf Twitter. Allerdings ist Twitter inzwischen doof. Es geh\u00f6rt einen machtgeilen Billion\u00e4r, der sich am liebsten gleich die ganze Welt kaufen und unter seine rechtsextreme Kontrolle bringen w\u00fcrde. Es wird von Faschisten und Neonazis \u00fcberrannt, die noch weiter rechts sind als die \u201eechten\u201c Nazis damals.<br \/><br \/>Aber du kommst da nicht weg. Du brauchst dein Microblogging. Du folgst da interessanten Leuten, und andere folgen dir.<br \/><br \/>Was, wenn du da doch wegk\u00e4mst, ohne ganz von Twitter und Microblogging wegzugehen?<br \/><br \/>Was, wenn es noch ein Twitter g\u00e4be?<br \/><br \/>Stellen wir uns das mal vor: Da betreibt jemand ein Alternativ-Twitter. Technisch ist es mit dem Original-Twitter ziemlich identisch. Nur der Chef ist ein anderer. Elon Musk hat hier nichts zu sagen, dem geh\u00f6rt nur das Original-Twitter. Auch die Community ist anders, mehr wie auf Twitter Anfang der 2010er, before xenophobe Faschos es f\u00fcr sich entdeckt haben.<br \/><br \/>Das w\u00e4r\u2019 doch die L\u00f6sung, dahin umzuziehen.<br \/><br \/>\u201eMoment\u201c, wirst du jetzt anmerken, \u201ewenn ich auf dem anderen Twitter bin, kann ich doch gar nicht mehr denen folgen, die auf dem Original-Twitter sind. Und Leute auf dem Original-Twitter k\u00f6nnen mir auf dem anderen Twitter nicht mehr folgen.\u201c<br \/><br \/>Doch. Kannst du, und k\u00f6nnen sie.<br \/><br \/>Das ist n\u00e4mlich der Witz: Die beiden Twitter sind miteinander verbunden. Man kann auf dem einen Twitter sein und jemandem auf dem anderen Twitter folgen.<br \/><br \/>Das gibt\u2019s auch noch mit anderen Netzwerken. Sagen wir, du bist auf Facebook und hast da viele Freunde. Facebook sammelt und verkauft aber deine privatesten Daten meistbietend und macht damit richtig viel Reibach. Das ist zwar illegal, aber der Konzern hinter Facebook ist so gro\u00df und m\u00e4chtig, dem kann keine Justiz auf der Welt irgendwas.<br \/><br \/>Aber: Es gibt noch ein Facebook. Wieder ziemlich identisch zum Original, aber wieder mit einem anderen Eigent\u00fcmer und Betreiber, der deine privaten Daten nicht hortet und verscherbelt und deine Posts auch nicht nach Gutsherrenart zensiert. Und du kannst wieder mit den Leuten auf dem Original-Facebook befreundet sein.<br \/><br \/>Oder ein ganz anderes Beispiel: Kennt noch jemand Google+? Das wurde doch in den 2010ern als die Facebook-Alternative \u00fcberhaupt gehypet. Es geh\u00f6rte zwar Google, also noch einer Datenkrake, aber hey, immerhin war es nicht Facebook! Und dann ist Google+ 2019 sang- und klanglos abgeschaltet worden.<br \/><br \/>Also sagen wir mal, du bist auf Google+. Jetzt k\u00fcndigt Google an, es abzuschalten. Du und deine Leute, ihr habt aber Google+ liebgewonnen. Es ist viel besser als Facebook. Nach Facebook wollt ihr nicht zur\u00fcck, nicht, weil Zuckerberg doof ist, sondern weil die ganze Software doof ist, weil die Weboberfl\u00e4che doof ist und so weiter.<br \/><br \/>Aber: Jemand anders betreibt noch ein Google+. Das soll nicht abgeschaltet werden. Das soll weiterlaufen. Das wird ja nicht von Google betrieben. Und Google kann dem Admin des anderen Google+ auch nicht diktieren, ob er sein eigenes Google+ weiterbetreiben darf oder nicht. Das ist seins, damit kann er machen, was er will, und nicht, was Google will.<br \/><br \/>Problem gel\u00f6st: Dahin k\u00f6nnt ihr umziehen. Das originale Google+ wird abgeschaltet, aber ihr seid immer noch auf Google+ \u2013 dem anderen Google+.<br \/><br \/><h2>Probleml\u00f6sung Nr. 2: Die Mauern m\u00fcssen weg<\/h2><br \/>A propos Google+: Damals war es ja ein ziemlicher Einschnitt, von Facebook nach Google+ umzuziehen. Man konnte ja seine Freunde nicht behalten, wenn die auf Facebook blieben. Und die blieben auf Facebook, weil auch alle ihre Freunde auf Facebook waren und deren Freunde und so weiter. Wer also nach Google+ umzog, kappte s\u00e4mtliche Verbindungen zu Facebook-Freunden. Es ging einfach nicht anders.<br \/><br \/>Es ging deswegen nicht anders, weil Facebook schon immer ein Walled Garden war. Es war mit nichts anderem verbunden. Facebook-User konnten nur Facebook-User \u201ebefreunden\u201c. Genau so ein Walled Garden war auch Google+. Auch das war mit nichts anderem verbunden.<br \/><br \/>Was, wenn auch das anders w\u00e4re?<br \/><br \/>Stell\u2019 dir das mal vor: Du gehst von Facebook nach Google+. Und dann f\u00fcgst du all deine Facebook-Freunde neu als Kontakte auf Google+ hinzu, obwohl die selbst nicht auf Google+ sind, sondern nur auf Facebook. Das hei\u00dft, du bist auf Google+ und nicht mehr auf Facebook, deine Freunde sind auf Facebook und nicht auf Google+. Und trotzdem kannst du dich mit ihnen verbinden.<br \/><br \/>Das Ganze lie\u00dfe sich noch weiterspinnen.<br \/><br \/>Sagen wir, du bist ein Journalist. Und zwar einer von der guten Sorte, nicht einer von der Sorte, die einfach nur Meldungen von Presseagenturen abpinnen. Du willst Informationen m\u00f6glichst aus erster Hand.<br \/><br \/>Die besten und vor allem schnellsten Informationsquellen heutzutage sind soziale Medien und soziale Netzwerke. X, Facebook, Instagram, YouTube, TikTok und so weiter. Wof\u00fcr dpa, Reuters, Associated Press &amp; Co. Stunden oder Tage brauchen, erf\u00e4hrst du da in Minuten.<br \/><br \/>Es ist nur eben aufwendig. Du brauchst ein Konto auf X, um mitzubekommen, was auf X los ist. Du brauchst ein Konto auf Facebook, um mitzubekommen, was auf Facebook los ist. Du brauchst ein Konto auf Instagram, um mitzubekommen, was auf Instagram los ist. Und so weiter und so fort.<br \/><br \/>W\u00e4re es nicht sehr viel einfacher, alles von einem Konto aus mitzubekommen? Nicht mal nur in einer Smartphone-App, die mehrere Netzwerke unterst\u00fctzt, sondern tats\u00e4chlich von einem Konto aus?<br \/><br \/>Stell\u2019 dir vor, du bist auf X. Aber du kannst von da aus Facebook- und Instagram-Konten folgen. Du kannst YouTube-Kan\u00e4le abonnieren. Du kannst meinetwegen sogar Subreddits beitreten oder Leuten auf Tumblr folgen. Von X aus.<br \/><br \/>Oder, wenn du den ganzen Microblogging-Kram doof findest, stell\u2019 dir vor, du kannst das alles von Facebook aus. Also auch von Facebook aus X-Konten folgen. Du loggst dich auf Facebook ein und siehst in deiner Timeline alles auf einmal, egal von woher, chronologisch geordnet. Du kannst von da aus auch interagieren und andere anschreiben, du kannst sogar z. B. YouTube-Videos kommentieren.<br \/><br \/>Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen dir auf X oder auf Facebook auch Leute \u00fcberall folgen. Du bist auf Facebook, hast aber Followers auf X. Im Grunde kannst du mehrere soziale Netzwerke und soziale Medien von einem einzigen Konto aus bespielen. Du brauchst nicht mehr alles jeweils separat auf X, auf Facebook, auf Instagram usw. zu posten. Du postest es einmal, und Leute \u00fcberall bekommen es, egal, wo sie sind.<br \/><br \/>Das h\u00e4tte ja auch noch einen sch\u00f6nen Vorteil: Wenn dir X mit seinem puristischen Microblogging zu eingeschr\u00e4nkt ist, kannst du von da nach Facebook gehen und dich wieder mit denselben Konten verbinden, mit denen du schon auf X verbunden warst. Egal, wo die sind.<br \/><br \/><h2>Probleml\u00f6sung Nr. 3: Alternativen, aber nicht ganz anders<\/h2><br \/>Aber was, wenn du im Grunde weiter Microblogging willst und kein voll ausgewachsenes soziales Netzwerk wie Facebook, aber trotzdem ein paar mehr Features, mehr Zeichen oder was auch immer? Oder was, wenn du so etwas suchst wie Facebook, aber besser?<br \/><br \/>Stell\u2019 dir vor, auch das g\u00e4be es. Es g\u00e4be f\u00fcr Microblogging eben nicht nur mehrere \u201eKopien\u201c von X. Es g\u00e4be als soziales Netzwerk eben nicht nur mehrere \u201eKopien\u201c von Facebook. Stell\u2019 dir vor, es g\u00e4be da noch andere Sachen von anderen Entwicklern, die auch wieder alle untereinander verbunden sind und mit X und Facebook und Instagram und YouTube und Tumblr und Reddit und und und.<br \/><br \/><h2>Probleml\u00f6sung Nr. 4: Kein Konzern, sie zu knechten<\/h2><br \/>\u201eGut\u201c, k\u00f6nnte jetzt jemand anmerken, \u201eaber bei den ganzen Alternativ-Xen und Alternativ-Facebooks und so geh\u00f6rt die Software dahinter doch immer noch den Konzernen. Die k\u00f6nnen doch immer noch bestimmen, was die Admins mit der Software machen.\u201c<br \/><br \/>Jetzt stell\u2019 dir vor, auch dem ist nicht so.<br \/><br \/>Stell\u2019 dir vor, auf X und Facebook und Instagram und so geh\u00f6rt dem jeweiligen Konzern nur jeweils eine Website \u2013 nicht aber die Software dahinter. Die wird entwickelt und gepflegt von Stiftungen und Privatpersonen.<br \/><br \/>Das ist Freie Software. Da gibt es keine Lizenzvereinbarungen, die du unterzeichnest. Keine Nutzungsbedingungen, \u00fcber die irgendein Konzern dir vorschreibt, was du mit dieser Software machen darfst, und dann darfst du damit nichts anderes machen. Kein Konzern, der dich kontrolliert \u00fcber Nutzungsbedingungen und einschr\u00e4nkt. Kein Konzern, der die Admins \u00fcber Nutzungsbedingungen kontrolliert und einschr\u00e4nkt. Wer diese Software bezieht, kann damit so ziemlich tun und lassen, was er oder sie will.<br \/><br \/>Und das ist auch quelloffene Software. Die wird nicht von irgendeinem Konzern geheimgehalten, wie wenn sie R\u00fcstungstechnologie w\u00e4re, ein neues High-Tech-Waffensystem oder so. Der Quellcode liegt offen. Den kann grunds\u00e4tzlich jeder jederzeit einsehen. Vielleicht ist das f\u00fcr Otto Normalverbraucher, der gar nicht programmieren kann, von keinem direkten Nutzen. Aber es ist sehr schwierig bis unm\u00f6glich, in der Software irgendwelche Wanzen oder Hintert\u00fcren f\u00fcr Geheimdienste unauffindbar zu verstecken. Wenn so etwas existieren sollte, irgendjemand wird es finden.<br \/><br \/>In Kombination hei\u00dft das: Die Community kann den Quellcode nicht nur einsehen, sondern auch bearbeiten. F\u00e4hige Programmierer k\u00f6nnen beispielsweise Bugfixes entwickeln und einreichen, wenn diejenigen, die so eine Software pflegen, selbst nicht dazu kommen.<br \/><br \/>Man kann sogar den ganzen Quellcode nehmen, eine Kopie davon machen und auf eigene Faust weiterentwickeln. Das nennt sich dann \u201eAbspaltung\u201c oder \u201eFork\u201c. Damit k\u00f6nnte man Features einbauen, die die urspr\u00fcnglichen Entwickler nicht wollen. Man k\u00f6nnte umstrittene Features entfernen, die die urspr\u00fcnglichen Entwickler gegen den Willen gro\u00dfer Teile der Community durchgedr\u00fcckt haben. Oder wenn die Entwickler eine Hintert\u00fcr eingebaut haben, ihre Existenz leugnen und sich daher weigern, sie zu entfernen, k\u00f6nnte man einen Fork anlegen und da dann die Hintert\u00fcr selbst ausbauen.<br \/><br \/>Das ist alles durch die freien Lizenzen abgedeckt, unter denen die Software steht. Die erlauben das.<br \/><br \/>Oder \u2013 um zu den Konzernen zur\u00fcckzukehren \u2013 die Idealvorstellung: Stell\u2019 dir vor, Gro\u00dfkonzerne haben in diesem Netzwerk allenfalls ein Nischendasein. Sie k\u00f6nnen blockiert werden ohne gro\u00dfe Verluste. Sie kommen eigentlich gar nicht vor.<br \/><br \/><h2>Der Probleml\u00f6ser: das Fediverse<\/h2><br \/>Das klingt wie eine Utopie. Und doch ist es schon lange Realit\u00e4t. <strong>Denn genau das ist das Fediverse.<\/strong><br \/><br \/>Das Fediverse ist gewaltig. Es gibt nicht nur zwei von jeder Sorte. Es gibt \u00fcber 150 Anwendungen f\u00fcr die verschiedensten Zwecke. Es gibt \u00fcber 45.000 einzelne Server, also Websites, auf denen diese Anwendungen laufen. Und die k\u00f6nnen sich untereinander verbinden, weil diese \u00fcber 150 Anwendungen dieselbe Sprache sprechen: ActivityPub.<br \/><br \/>Am bekanntesten von all diesen Anwendungen ist <strong>Mastodon<\/strong>, das seit 2016 existiert und 2022 als Twitter-Alternative f\u00fcr Furore sorgte, als viele vor Elon Musk flohen. Mastodon hat nach wie vor die meisten registrierten Konten und die meisten aktiven Konten; diese verteilen sich \u00fcber ungef\u00e4hr 9000 unabh\u00e4ngige Server.<br \/><br \/>Im Microbloggingsektor \u2013 im weitesten Sinne \u2013 ist Mastodon aber mitnichten allein. Es gibt beispielsweise auch <strong>Sharkey<\/strong>, das auf das japanische Misskey zur\u00fcckgeht, oder den wie Mastodon in Deutschland entwickelten Pleroma-Fork <strong>Akkoma<\/strong>. Beide sind weniger puristisch, aber dadurch besser ausgestattet als Mastodon. Nebenher geht der Trend zu selbstgehosteten Minimalanwendungen ohne eigene Benutzeroberfl\u00e4che wie GoToSocial oder snac.<br \/><br \/>Auch sehr bekannt ist <strong>Pixelfed<\/strong>, das Instagram sehr \u00e4hnlich ist. Eine Besonderheit ist hier die M\u00f6glichkeit, ganze Instagram-Konten voller Bildposts nach Pixelfed zu importieren, was den Umstieg bedeutend leichter macht.<br \/><br \/>Den Bereich der klassischen sozialen Netzwerke im Stil von Facebook deckt vornehmlich eine Familie ab, die schon seit 2010 in Entwicklung ist. Damals ging als erstes eine Anwendung an den Start, die heute als <strong>Friendica<\/strong> bekannt ist. Es versuchte nie, Facebook 1:1 zu klonen. Statt dessen bietet es einerseits immer noch alles, was ein gutes soziales Netzwerk braucht, und andererseits eine vollwertige Bloggingumgebung und einige andere Goodies. Teil des Friendica-Konzepts war auch immer, sich in viele andere Richtungen verbinden zu k\u00f6nnen. So kann man sich heute noch au\u00dfer \u00fcber das Fediverse auch nach diaspora* verbinden, das ebenfalls 2010 durch seine Crowdfunding-Kampagne als \u201eFacebook-Killer\u201c von sich reden machte. Daneben kann man ein existierendes Bluesky-Konto einbinden und mitbedienen, sich \u00fcber E-Mail \u201ef\u00f6derieren\u201c oder beispielsweise auch zu einem WordPress-Blog crossposten. Auch Friendica wird seit 2011 in Deutschland weiterentwickelt.<br \/><br \/>Bis 2015 entwickelte sich daraus <strong>Hubzilla<\/strong>, die m\u00e4chtigste Anwendung im Fediverse. Hubzilla wird wegen seiner Zusatzfeatures gegen\u00fcber Friendica auch als \u201esoziales Content Management System\u201c bezeichnet. Aber es bringt auch Groupware-Elemente wie einen CardDAV- und einen CalDAV-Server mit sich. \u00dcbrigens steht dieser Artikel auf Hubzilla. Ein Alleinstellungsmerkmal war lange Zeit Hubzillas F\u00e4higkeit, einen Kanal \u2013 also die Nutzeridentit\u00e4t, die fast \u00fcberall sonst das Konto ist \u2013 gleichzeitig auf mehreren Servern existieren zu lassen, und zwar in st\u00e4ndiger Synchronizit\u00e4t. Das soll Totalverlusten durch verschwindende Server vorbeugen.<br \/><br \/>In der Art von Reddit und Hacker News stellen sich <strong>Lemmy<\/strong> und <strong>Mbin<\/strong> dar. <strong>PieFed<\/strong> ist \u00e4hnlich, bietet aber auch Microblogging-Funktionalit\u00e4t. Es gibt sogar echte Forensoftware im Fediverse: <strong>nodeBB<\/strong> hat vor einigen Jahren ActivityPub-Unterst\u00fctzung eingebaut.<br \/><br \/>Als direkter Ersatz f\u00fcr Tumblr mit seiner wechselhaften Geschichte ist <strong>Wafrn<\/strong> vorgesehen. Der Name ist \u00fcbrigens ein Akronym und bedeutet: \u201eWe Accept Female-Representing Nipples\u201c, eine Anspielung darauf, wie Tumblr nach der \u00dcbernahme durch Yahoo! auf z\u00fcchtig und stubenrein umgebaut wurde, was zahllose User vertrieb. Wafrn wurde auch erschaffen, damit es einen Ort wie Tumblr gibt, wo genau das nicht passiert. Einzigartig auf Wafrn ist noch etwas: Es bedient gleichzeitig das Fediverse und die ATmosphere, in der sich auch Bluesky, Eurosky und W Social tummeln.<br \/><br \/>Auch klassische Blogs haben ihren Weg ins Fediverse gefunden. Das weithin bekannte <strong>WordPress<\/strong> kann optional ans Fediverse angebunden werden; in <strong>Ghost<\/strong> ist das ein Standardfeature. Wegen der schieren Anzahl einzelner Blogs f\u00fchren die beiden \u00fcbrigens die Statistiken im Bereich der meisten aktiven Server an. Direkt ins Fediverse geboren wurden <strong>WriteFreely<\/strong> und das leider aktuell nicht weiterentwickelte <strong>Plume<\/strong>.<br \/><br \/>Im Multimedia-Bereich gibt es einiges: <strong>PeerTube<\/strong> stellt sich als Alternative zu YouTube dar und verteilt die Last beim Zustellen von Videos per Peer-to-Peer \u00fcber mehrere Server. Es beherrscht auch Livestreaming wie Twitch, wof\u00fcr es aber auch <strong>Owncast<\/strong> gibt. <strong>Funkwhale<\/strong> und <strong>Bandwagon<\/strong> sind verschiedene Herangehensweisen an das Thema Musik, w\u00e4hrend <strong>Castopod<\/strong> sich auf Podcasts spezialisiert. Noch in der Entwicklung, aber schon nutzbar ist <strong>Loops<\/strong>, das sich auf TikTok-Art auf kurze Hochkant-Videos spezialisiert.<br \/><br \/>Den Bereich der Kalender zum Planen von Events in Gruppen decken etwa <strong>Mobilizon<\/strong> und <strong>Gancio<\/strong> ab.<br \/><br \/>Sogar f\u00fcr GoodReads gibt es eine Fediverse-Alternative: <strong>BookWyrm<\/strong>.<br \/><br \/>Daneben gibt es aber auch Dinge, die nicht unbedingt eine direkte Entsprechung au\u00dferhalb des Fediverse haben. <strong>Manyfold<\/strong> ist spezialisiert auf 3-D-Modelle, insbesondere f\u00fcr den 3-D-Druck. <strong>Flohmarkt<\/strong> ist noch ein recht junges Projekt, bei dem es um Kleinanzeigen geht. Ganz neu und innovativ ist das <strong>Menuverse<\/strong>, das f\u00fcr Uni-Mensen entwickelt wird, um ihre Speisekarten ins Fediverse stellen zu k\u00f6nnen, die dann von woanders abonniert werden k\u00f6nnen.<br \/><br \/>Man sieht also: Das Fediverse ist bunt und vielf\u00e4ltig. Und es geh\u00f6rt der Community. Es gibt keinen Konzern, keinen Milliard\u00e4r, niemanden, der \u00fcber das ganze Fediverse bestimmen kann.<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}