Solidified: Schon produktiv nutzbar
PermalinkAuch wenn das Theme "Solidified" von Saiwal weiterhin als Beta-Version (aktuell heute neu: 0.4-beta) bereitgestellt wird, ist es inzwischen nach meiner Auffassung durchaus produktiv nutzbar. Kleinere vorhandene Fehler werden durch etliche Nutzer schnell entdeckt und von Saiwal in Windeseile korrigiert.
Vor allem für den Einsteiger ist es absolut empfehlenswert, den Einstieg in Hubzilla mit Solidified zu wagen. Ihn erwartet eine aufgeräumte, funktionale und sehr intuitiv zu benutzende Oberfläche, ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Das gilt ganz besonders, wenn man einen Account und Kanal auf einem Hub anlegt, der Solidified als Standard-Theme eingestellt hat. Derzeit sind das an offenen Hubs: utsukta.org -- dungeon.utsukta.org -- im.allmendenetz.de -- hub.homelabindia.party -- hub.hubzilla.hu und klacker.org (wer weitere Hubs mit offener Registrierung und Solidified als Standard-Theme findet... bitte mich drauf hinweisen). Dann gibt es noch zwei mir bekannte Hubs, die Solidified installiert haben: labonneheure.ch und hub.hoteldaan.nl (auch hier neue "Fundstücke" an mich weitermelden bitte).
Erstellt man sich nun einen Kanal auf einem Hub mit Solidified, geschieht das
mit dem neuen Wizard, der auch nach Aktivierung des ActivityPub-Protokolls fragt. Wenn man ohnehin bei Solidified bleiben möchte, und spezielle Funktionen für die Verwendung eines "klassischen" Themes nicht benötigt, muss man keine der vom Wizard angebotenen Apps installieren und erhält trotzdem einen voll funktionalen Kanal.
Die verfügbaren Module sind entweder -- sofern sie obligatorisch sind (Privacy Gruppen, Kontaktrollen etc.) -- bereits in Solidified integriert oder lassen sich über
Einstellungen ➔
Integrationen aktivieren.
Ein frischer Kanal verwirrt dann auch nicht mit übermäßig vielen Menüeinträgen.

Mobil
In der mobilen Ansicht ist Hubzilla mut Solidified ebenfalls hervorragend benutzbar. Es fühlt sich an wie eine App... das liegt wohl daran, dass Solidified praktisch eine App ist. Auf Basis von Solidified wird es möglich sein, endlich auch eine native App für mobile Geräte zu erstellen. Bis dahin kann man sich
mit einer PWA behelfen.

Ein wenig Hintergrund zu Solidified
Solidified unterscheidet sich von den "klassischen" Themes dadurch, dass es das Theme- und Vorlagensystem von Hubzilla nicht nutzt, sondern eine Single-Page Application (SPA) ist, und als komplett eigenständige GUI Hubzilla quasi nur als "Headless-Unterbau" verwendet.
Es nutzt, wie der Name verrät, die Javascript-Bibliothek
Solid.JS in Verbindung mit
Tailwind CSS.
Der Vorteil ist, dass es als SPA wie eine echte App nutzbar ist und damit recht schnell reagiert (viele Dinge müssen nicht mehr ausschließlich serverseitig mit PHP erledigt werden). Der Nachteil ist, dass Saiwal quasi sämtliche Ansichten und Apps als eigenständige Apps (Module) für Solidified neu entwickeln musste. Nicht nur die Basisfunktionalität, sondern auch die Funktionen der Kern-Addons und ggf. die Funktion von Drittanbieter-Addons.
Also jede Menge Arbeit und ein sehr großes Projekt.
Das Prinzip von Solidified bringt einige systembedingt Einschränkungen mit sich, die insbesondere das Modul "Webseiten" betreffen. Aufgrund der Tatsache, dass Solidified sämtliche Ansichten selbst rendert und nicht das Template-System von Hubzilla nutzt, ist die Erstellung von Webseiten nicht so flexibel wie bei den "klassischen" Themes. Derzeit wird als Inhaltstyp lediglich BBcode zur Verfügung gestellt. Damit sind Stylesheets und eigene Javascript-Routinen nicht möglich. Man kann Blöcke ebenfalls ausschließlich mit BBcode erstellen. Das Bearbeitungswerkzeug für Layouts funktioniert auch anders, als man es von den "klassischen" Themes kennt. Es ermöglicht eine Anpassung des Solidified-Layouts in bestimmten Grenzen. Man kann Widgets und Elemente im Header, im Inhaltsbereich, im Footer und in der rechten Seitenleiste hinzufügen, bearbeiten und entfernen. Dabei ist man auf die unter Solidified existierenden Widgets beschränkt. Es gibt ein Widget "HTML-Block", das Standard-HTML Code erlaubt (aber keine Styles und kein Js) oder einen selbst erstellten Block darstellt.
Wer also die CMS-Fähigkeiten von Hubzilla in Hinblick auf die Webseiten-Erstellung voll ausnutzen möchte, muss eines der "klassischen" Themes verwenden, oder sich auf die Fähigkeiten von Solidified beschränken.
Aber... bei Hubzilla -- das ist das Tolle an dem System -- hat man halt immer die Wahl.
Eine weitere Einschränkung ist die Möglichkeit für die Erstellung eigener Addons. Auch das ist ohne Weiteres nicht einfach möglich, wie bisher. Möglich schon, aber ein vollkommen anderer Ansatz. Man muss das
Quell-Repo von Solidified forken, dann das Addon (Modul) entwickeln und schließlich das Theme neu compilieren. Dafür muss man sich in die Systematik von Solidified einarbeiten. Hilfreich dabei ist das Developer-Manual von Solidified, welches man im Hilfe-Modul findet.
#hubzilla #solidified