
Der
Tod eines 72-jährigen Fahrradfahrers auf der
Nordbahntrasse im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld hatte regional für Entsetzen und Anteilnahme gesorgt: Der Fahrer eines
Leih-Elektro-Scooters sollte am 28. Juni 2026 laut vorläufigen Ergebnissen verursacht haben, dass der Senior stürzte. Dann sei er geflohen, während der Verletzte kurz darauf verstarb.
Zusammenstoß anhand von Ermittlungen nicht feststellbarDie
Staatsanwaltschaft Wuppertal teilt nun mit, dass nach intensiven Ermittlungen kein Grund für den Sturz des Fahrradfahrers festgestellt wurde. Dass der Elektroroller-Fahrer mit ihm zusammen gestoßen sein soll, lasse sich nicht nachweisen. Das gelte, obwohl er und der Leih-Scooter gefunden wurden und ein Unfallexperte beide Fahrzeuge untersucht hat. Die Ermittlungen gegen den zunächst Verdächtigen wurden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.
Augenzeugin beschrieb die KollisionIn ihrer Erklärung bezieht die Staatsanwaltschaft sich auf die intensiven Medienberichte zum Fall und beschreibt die Ermittlungen ausnahmsweise ausführlich. So sei die ursprüngliche Beschuldigung durch die Aussage einer Zeugin zustande gekommen: Sie habe angegeben, von etwa 100 Metern entfernt einen Zusammenstoß gesehen zu haben, ebenso die Flucht des Scooter-Fahrers.
Hausdurchsuchung und UnfallgutachtenDas Verkehrskommissariat habe akribisch ermittelt und den zunächst Unbekannten gefunden. Es folgte eine Hausdurchsuchung bei ihm. Dabei soll er ausgesagt haben, dass der 72-Jährige ohne sein Zutun gestürzt sei und es keinen Zusammenstoß gegeben habe.
Die Polizei wertete anschließend das Handy des Mannes aus, fand mit Hilfe des Verleihers den Scooter und ließ ihn und das Fahrrad des Seniors untersuchen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft fasste zusammen: "Nach den überzeugenden Ausführungen des Gutachters befinden sich weder an dem Fahrrad noch an dem Elektroroller Schäden, die auf einen Zusammenstoß der Fahrzeuge zurückzuführen wären." Solche Schäden wären aber wahrscheinlich gewesen.
Alternativen möglichVor diesem Hintergrund habe sich kein Fehlverhalten des Mannes feststellen lassen und das Verfahren sei eingestellt worden. Es könne nicht widerlegt werden, dass die Augenzeugin die Szene fehlerhaft wahrgenommen habe.
Die Staatsanwaltschaft fügte hinzu, in der Nähe der Unfallstelle habe ein Gegenstand auf dem Fahrradweg gelegen. Es sei nicht unvorstellbar, dass der Senior ausweichen oder bremsen wollte und dabei stürzte.
Ermittlungsverfahren um einen tödlichen Fahrradunfall am 28. Juni 2026 auf der Nordbahntrasse in Wuppertal-Elberfeld. Ich berichte anhand von Mitteilungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Wissensstand vom 31. Juli 2026.Foto: Dirk Lotze. Die Aufnahme zeigt einen anderen Abschnitt der Nordbahntrasse als die Unfallstelle.#
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