Der 51-Jährige ist Zeuge und soll für drei Angeklagte Verkäufe aus einem illegalen Groß-Waffenlager arrangiert haben, bevor es die Polizei im Oktober 2025 aushob. Eine automatische Pistole, die dutzende Patronen innerhalb von Sekunden verschießen kann, sei vor seinem Wohnhaus bei ihm im Auto an einen Interessenten übergeben worden. Der siebte Verhandlungstag im Landgericht Wuppertal.
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Im Prozess um ein
illegales Groß-Waffenlager in der
Remscheider City wurde seine Aussage mit Spannung erwartet: Ein 51-jähriger, früherer Kioskbesitzer musste jetzt vor dem Landgericht Wuppertal aussagen. Das Thema: Wie er Waffenverkäufe aus dem mutmaßlichen Vorrat von drei Angeklagten vermittelt hatte. Dem Gericht schilderte er, wie eine automatische Pistole, die dutzende Patronen innerhalb von Sekunden verschießen kann, auf offener Straße bei ihm im Auto übergeben wurde - vom Verkäufer an den Käufer. Seine Begründung dafür: "Ich wollte das nicht bei mir in der Wohnung machen."
Lager soll eine private Sammlung gewesen seinIn der Verhandlung müssen sich drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren verantworten: Der Älteste hat bestätigt, unter seiner Autowerkstatt in mehreren Räumen illegal Pistolen, Gewehre, Munition, sowie weitere Kriegsgegenstände und Devotionalien gesammelt zu haben. Einzelne Stücke habe er verkauft. Die Sammlung wurde im Oktober 2024 in einer viertägigen Razzia durch die Polizei gesichert und abtransportiert. Die beiden jüngeren Angeklagten haben gestanden, einzelne Verkäufe abgewickelt zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft gab es eine feste Lieferkette bis zu den AbnehmernIm Landgericht verhandelt eine Abteilung, die Freiheitsstrafen von mehr als vier Jahren gegen jeden der drei Männer aussprechen darf. Sie überprüft deren Geständnisse und versucht die Verkaufskette nachzuzeichnen, die von der Staatsanwaltschaft beschrieben wird.
Kioskverkäufer muss über Geschäfte aussagenDer 51-jährige frühere Kioskmann gilt dafür als Schlüsselfigur. Durch die von ihm vermittelten Geschäfte war die Polizei auf die Spur des Waffenlagers gekommen. Sein Strafverfahren ist bereits abgeschlossen, er sitzt in Strafhaft, und muss deshalb aussagen. Bisher hatte er das nur hinter verschlossenen Türen vor Ermittlern getan; jetzt sprach er erstals öffentlich.
Klar verneint hat der Mann, Waffen über seine Kiosk-Ladentheke verkauft zu haben: Das sei ihm zu heikel gewesen, weil dort zu viele Menschen verkehrten.
Vermittlung als "Freundschaftsdienst"Im Dezember 2024 habe ein Mann aus dem Umfeld des Büdchens einen Revolver gewollt. Inzwischen ist bekannt, dass dieser Interessent aus der Szene stammte, aber mit der Polizei zusammen arbeitete. Der Kioskmann erläuterte zu seiner ursprünglichen Sicht auf das Geschäft: "Ich wollte zwei Freunde zusammen bringen." Nämlich diesen Interessenten und zunächst eine weitere Kontaktperson, die sich in einem anderen Prozess verantworten muss. Darein aber habe sich der Jüngste der drei Angeklagten von sich aus eingeschaltet, als eigentlich eine Übergabe in einer Garage stattfinden sollte: "Er hat gesagt, er kann was Besseres organisieren."
Nach dem gleichen Muster sei es dann ein zweites Mal im Februar 2025 gelaufen. Da habe er, der Kioskmann, bereits erkannt gehabt, dass die beiden jüngeren der drei Angeklagten zusammen arbeiteten: Beide hätten ihm nämlich zu unterschiedlichen Zeiten ein bestimmtes Foto mit Waffenangeboten gezeigt, quasi wie in einem Katalog: Das alles könnten sie "organisieren".
Angehörige der Angeklagten beschimpft den BelastungszeugenWährend der Aussage schüttelte der 38-jährige Angeklagte verneinend den Kopf. Er und der Kioskmann sollen Streit miteinander haben. Als Wachtmeister den Belastungszeugen nach seiner Aussage zurück ins Gefängnis führten, rief ihm eine Angehörige der Angeklagten vom Publikum aus nach: "Ich hoffe, Du verrottest im Knast!"
Das Gericht will am 9. September 2026 voraussichtlich weitere Zeugen hören.
Siebter Verhandlungstag vor dem Landgericht Wuppertal, 10. Strafkammer, vom 26. August 2026. Ich berichte vom Besuch des Termins und anhand früherer Medienberichte.#Remscheid #OrganisierteKriminalität